Filme für Jugendliche (und Erwachsene)

Gerade bei komplexen Themenfeldern wie dem unseren ist es oft nicht leicht, niedrigschwellige Materialien zu finden, die auch für Jugendliche (und Erwachsene) mit erschwerten Zugängen zu formaler Bildung abseits der gymnasialen Oberstufe geeignet sind. Weil Filme ein so attraktives Medium sind, haben wir deshalb im "Verknüpfungen"-Projekt selbst fünf Kurzfilme für die antisemitismus- und rassismuskritische Bildung produziert.

Filmreihe „Wer bin ich?“

Für unsere pädagogische Methode „Wer bin ich?“ haben wir 2018 und 2019 gemeinsam mit Jugendlichen aus Berlin-Kreuzberg vier biografische Interview-Kurzfilme gedreht. Die Jugendlichen setzen sich im Rahmen von Projekttagen intensiv mit den Biografien der Protagonist_innen auseinander und entwickelten einen Interview-Leitfaden mit IHREN Fragen. Anschließend befragten sie ihre Interviewpartner*innen zu deren Erfahrungen mit sowie ihrem Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus.

Wer bin ich? - Sawsan Chebli

Die Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund sowie Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales in der Berliner Senatskanzlei über ihre Erfahrungen mit Rassismus und Sexismus und über ihr Engagement gegen Antisemitismus.

Wer bin ich? - Janko Lauenberger

Der Ostberliner Musiker im Gespräch über seine Erfahrungen als Sinto in der DDR und in Deutschland nach 1989/90, über den Umgang mit dem Porajmos (dem NS-Massenmord an den europäischen Sinti_zze und Rom_nja) und über sein Engagement gegen Rassismus.

Wer bin ich? - Israel Kaunatjike

Der Bildungsreferent und Aktivist im Interview über den deutschen Umgang mit den Verbrechen an den Herero und Nama in der früheren Kolonie Deutsch-Südwestafrika (dem heutigen Namibia) und über seinen Kampf für Anerkennung, Entschuldigung und Entschädigung.

Wer bin ich? - Anetta Kahane

Die Vorstandsvorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung spricht mit den Jugendlichen über ihre Erfahrungen als Jüdin in der DDR und im wiedervereinigten Deutschland und über ihr Engagement gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Deutschland.

Didaktisches Konzept zum Einsatz der Filme

Eine Anleitung zum Einsatz der Filme im Rahmen der Aktivität "Wer bin ich?" finden Sie in unserer Methodenhandreichung „Verknüpfungen - Ansätze für die antisemitismus- und rassismuskritische Bildung“.

Sie besteht aus insgesamt sechs biografischen Modulen, aus denen zwei oder mehr Biografien ausgewählt werden können. Ausgehend von den Geschichten, Erfahrungen und Aktivitäten der porträtierten Personen können unterschiedliche Schwerpunktthemen bearbeitet werden, beispielsweise der Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus, Erinnerungskulturen oder die Situation in der DDR bzw. in Ostdeutschland.

Stop-Motion-Kurzfilm „So, Li, Da, Ri, Ty“

Der Legetrickfilm „So, Li, Da, Ri, Ty and the Sisters – Fighting Against Antisemitism and Racism” wurde im Stil eines Jump ‘n‘ Run-Computerspiels produziert: Mehrere Heldinnen kämpfen gegen unterschiedliche Formen von Rassismus und Antisemitismus und gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse, die diese immer wieder aufs Neue reproduzieren – und merken am Ende, dass sie nicht allein dagegen ankommen können.

So, Li, Da, Ri, Ty and the Sisters

Die Methode zum Film

Eine Anleitung zum Einsatz des Films im Rahmen unserer gleichnamigen Methode finden Sie ebenfalls in unserer Methodenhandreichung bzw. in den dazugehörigen Online-Materialien.

Die Methode eignet sich gut, um in andere Aktivitäten zur intensiven Beschäftigung mit antisemitischer und rassistischer Diskriminierung sowie mit gesellschaftlichen Machtstrukturen eingebettet zu werden, insbesondere zur vertiefenden Zusammenfassung am Ende eines Seminars oder mehrerer Projekttage.